Ein Spiel vor leeren RängenFSE unterstreicht seine Opposition gegenüber Formen kollektiver Bestrafung.

Die vielfach ausgesprochene Vermutung, dass Glasgow Rangers gezwungen sein könnten, als Teil von Sanktionen ein oder sogar mehrere Spiele im europäischen Fußball vor leeren Rängen auszutragen, falls sich der Vorwurf religiöser Hassgesänge im Rahmen der kürzlich ausgetragenen Spiele gegen PSV Eindhoven erhärten sollten, veranschaulicht  wieder einmal die grundlegende Problematik kollektiver Bestrafungsformen.

Als Football Supporters Europe erneuern wir hiermit unsere Ablehnung von Spielen vor leeren Rängen vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sie im selben Maß eine Bestrafung der Unschuldigen als auch der Schuldigen zur Folge hat. Aber nicht nur das ist zutiefst ungerecht, es untergräbt auch einscheidende Prozesse, die zur selbstregulierenden Isolation der Minderheit führen und einen Keil zwischen sie und die große Mehrheit von Fans treiben können, die sich gegen solches Verhalten auflehnen (würden).

Wir betonen hier als FSE nochmals unseren Widerstand gegen jegliche Formen von Diskriminierung, seien es rassistische oder religiöse Hassgesänge und bestätigen unsere ausdrückliche Unterstützung für alle sinnvollen Maßnahmen und Bemühungen, die zu deren Verschwinden im Fußball führen können. Wir betrachten die Mehrheit aller Fußballfans dabei als Verbündete, als Teil der Lösung und nicht als Teil des Problems.

Disziplinarische Sanktionsformen, die Fangruppen oder –szenen als Ganzes betreffen und nicht auf diejenigen abzielen, die sich des inakzeptablen Verhaltens schuldig gemacht haben, können sogar deutliche kontraproduktive Auswirkungen auf jegliche Bemühungen haben, Fans gegen Rassismus und religiöse Diskriminierung zu mobilisieren. Schon allein deshalb sollten konstruktivere Konzepte – wie beispielsweise Gelder aus Strafzahlungen in die Unterstützung positiver Aktivitäten der Fanmehrheit gegen religiösen Hass zu investieren – weiterentwickelt werden.

Zusätzlich zu alledem können solche kollektiven Bestrafungsmaßnahmen natürlich auch als unbeabsichtigten Nebeneffekt die Bestrafung von Fans anderer Vereine bei zukünftigen Spielen nach sich ziehen  –  womit also auch noch Fans bestraft werden, die überhaupt keinerlei Anteil an den ursprünglichen Vorfällen hatten, da ihre Vereine nicht an diesen fraglichen Spielen beteiligt waren.

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